Autogenes Training

Das Ziel aller traditionellen und modernen Entspannungsverfahren ist die Unterbrechung von negativem Stress bzw. Dauerstress und den dadurch ausgelösten Störungen des körperlichen und seelischen Gleichgewichts.

Entspannungsverfahren setzen auf eine Veränderung der inneren Einstellung: Der Alltag soll durch Lernprozesse auf eine gesündere Art bewältigt werden.

In Stresssituationen werden die Stresshormone Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet. Dadurch erfährt unser Körper einen Energieschub, der uns hilft, mit der Situation fertig zu werden. Bei länger anhaltendem Stress können Stresshormone jedoch Schaden anrichten. Oftmals sind chronische Leiden durch Dauerstress bedingt. Die damit häufig verbundenen Schmerzen, Sorgen und Ängste bringen uns aus dem Gleichgewicht und können die Krankheit verschlimmern.

Entwickelt wurde das autogene Training vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schutz (1884 – 1970). Eine sehr effektive Methode der konzentrierten Selbstentspannung. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich selbst zu beeinflussen.                                                                                                    Durch an sich selbst gerichtete, immer gleiche Autosuggestion, die der Anwendende nach einem festen Schema wiederholt, werden äußere Reize ausgeblendet und das vegetative (unwillkürliche) Nervensystem beeinflusst. Dadurch werden die Gehirnaktivität nachweislich verändert, Stress abgebaut und Verkrampfungen gelöst.                                  

Bewährt hat sich eine entspannte Sitzhaltung (Droschkenkutschersitz) oder man liegt entspannt auf dem Rücken. Durch bestimmte Vorstellungen z.B.„Mein rechter Arm wird schwer“ oder „mein Bauch wird warm“, stellt sich nach und nach eine Entspannung der angedachten Körperteile ein, auch Herzschlag und Atmung können so reguliert werden.

Die Übungen sollten regelmäßig, am besten mehrmals täglich jeweils mindestens fünf Minuten lang durchgeführt werden. Nicht zu vergessen ist am Ende die „Rücknahme“, insbesondere dann, wenn Übungen im Tagesverlauf durchgeführt und nicht als Einschlafhilfe genutzt werden. Hierbei spannt man die Muskeln wieder ganz bewusst an, atmet tief durch und öffnet erst dann die Augen.

Die Methode des Autogenen Trainings ist sehr gut untersucht. Vor allem bei Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, leichteren Depressionen, Tinnitus, Migräne und anderen, durch Stress bedingte Erkrankungen wirksam.

Wer mit dem autogenen Training anfängt, beschäftigt sich zunächst mit den  Grundsuggestionen (wie beispielsweise Ruhe, Schwere und Wärme). Bei  regelmäßiger Anwendung, können mit ihnen sowohl das Bewusstsein als auch das vegetative Nervensystem wirksam beeinflusst werden. Daran anschließend kann der Übende je nach Bedarf und gewähltem Ziel individuelle Befehle einsetzen oder einzelne Übungen vertiefen.

Das Erlernen des autogenen Trainings empfiehlt sich am besten in einer Kleingruppe, denn eine Gruppentrance kann die hypnotherapeutische Wirkung der Methode vertiefen, es kann jedoch auch im Selbststudium erlernt werden.

Anwendung und Unterschied von Hypnose und Autogenem Training

In vielen medizinischen Bereichen haben sich die Hypnose sowie das Autogene Training etabliert und werden im Wesentlichen begleitend zu anderen therapeutischen Verfahren angewendet.

Zur Mobilisierung der eigenen Ressourcen, im Hinblick auf eine gesteigerte Lebensfreude oder als Präventivmaßnahme, kann eine Hypnosetherapie oder Autogenes Training auch als separate Maßnahme sinnvoll sein.

So ist der Einsatz von therapeutischer Hypnosetherapie und Autogenem Training generell von großem Wert zum Beispiel bei:

  • Psychosomatischen Symptomen
  • Schmerzbehandlung 
  • Erhöhtem Erholungsbedarf
  • dem Wunsch nach Leistungssteigerung

Der Unterschied zwischen Autogenem Training und Hypnose liegt vor allem darin, dass man beim Autogenen Training selbst erlernt, sich in den Entspannungszustand zu versetzten – sozusagen in Selbsthypnose-und diese Therapie später dann ohne therapeutische Anweisung selbständig anwenden kann. Beim Autogenen Training handelt es sich somit um eine autosuggestive Technik, während bei der Hypnosetherapie die Tiefentenspannung und Suggestion von der Therapeutin/dem Therapeuten gelenkt wird.

Allerdings reicht es nicht aus, nur auf der Ebene der sichtbaren Erkrankung die therapeutische Behandlung anzusetzen. Vielmehr muss sie vor allem dort wirken, wo der Kreis aus Dauerstress und gestörtem Gleichgewicht entsteht. In der fortgeschrittenen Übungsphase des Autogenen Trainings ist eine Linderung der Beschwerden bis hin zu Heilung spürbar.

Der Weg zum „Loslassen“ ist individuell. Für manche führt der Weg zur Entspannung eher über den Körper, für andere ist es besser, wenn der Körper wie beim Autogenen Training über den Geist zur Ruhe kommt.             

Techniken zum Stressabbau lassen sich leicht erlernen und in den Tagesablauf einbauen.

Wer allerdings noch keine Erfahrung mit Entspannungstechniken gesammelt hat, kann sich den Einstieg über einen Kurs oder eine professionelle Einführung erleichtern. Die meisten Krankenkassen in Deutschland sind an Präventivmaßnahmen für ihre Versicherten interessiert und bezuschussen Kurse wie Autogenes Training.

Empfehlungen:

– Fachbuch: Das autogene Training: Konzentrative Selbstentspannung – Versuch einer klinisch-praktischen Darstellung / Verlag: Thieme

– Buch Anfängergeeignet: Autogenes Training / Verlag: GU

– CD: Angstfrei mit Autogenem Training I & II / Verlag IHvV

– Primärquellen z.B. Wikipedia, www.gesundheit.de

– Studie. Dr. Sirko Kuppa „Die Wirksamkeit des Autogenen Trainings“

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