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Liebe Leser,

Manche von uns sind unterwegs oder im Aufbruch – in eine Auszeit, in einen anderen Rhythmus. Und doch reisen manche Gedanken immer mit. Für genau diese Momente, sei es
– auf einer langen Fahrt,
– am Morgen im Bett während der Kopf bereits läuft,
– in der stillen Stunde vor dem Einschlafen während der Kopf noch nicht aufhören mag,
– in Pausenmomenten im vertrauten oder ganz ungewöhnlichen Alltag,
ist dieses Werkzeug entstanden.

Energie folgt der Aufmerksamkeit

Und so oft braucht es keine große Auszeit, kein Programm und kein Projektvorhaben. Manchmal reicht ein einziger Gedanke, der die Aufmerksamkeit sanft, doch wirkungsvoll in eine andere Richtung lenkt. Energie folgt der Aufmerksamkeit und kann mit einer vermeintlich kleinen Veränderung der Aufmerksamkeit – nämlich weg vom Kreisen, hin zu anderen Möglichkeiten – viel bewirken.

Wir möchten diese Methode teilen, das am besten funktioniert, wenn es ganz ohne Druck angegangen wird. In Momenten, in denen Gedanken oder Gefühle ohnehin quälen. Jeder «Versuch» darf ein Experimentierfeld sein und kann nur nützen.

Dann kann es helfen, sich alternativ mit diesen Fragen zu beschäftigen und dabei beispielsweise die natürlichen Trancezustände während Grübelei in der Einschlaf- und Aufwachphase zu nutzen. Doch auch tagsüber: Dieser Wechsel in ein unbewusstes Bild lässt sich auch in anderen Momenten einsetzen. Denn wer sich in starker innerer Anspannung befindet, in Sorge, in Kreisen, in Angst, in Überforderung, ist neurobiologisch bereits in einem veränderten Bewusstseinszustand. Trance entsteht nicht nur in bewusst eingeleiteten meditativen Zuständen. Sie entsteht überall dort, wo sich die gewohnte Wach- oder Schlaf-Wahrnehmung verändert und der Geist sich nach innen zieht. Genau dann lässt sich das Werkzeug besonders wirkungsvoll einsetzen.

Die «neue» Frage: Welches Gebäude wäre ich?

Wenn ich mit meiner Situation ein Gebäude wäre, welches Gebäude wäre ich?

Wohnhaus .. Residenz .. Festung .. Leuchtturm .. Industriegebäude .. Ruine .. Bahnhof .. Markthalle .. Kloster .. Bibliothek .. Observatorium .. Kraftwerk .. Bootshaus .. Mühle .. Werkstatt .. Brückenhaus .. Hotel .. Lagerhaus .. Berghütte .. Waldhaus .. Akademie .. Sanatorium .. Museum .. Turm .. Theater .. Oper .. Kapelle .. Regierungsgebäude .. Scheune .. Bunker .. Atelier .. Gewächshaus .. Villa Kunterbunt .. …

– Was sehen Menschen zuerst, wenn sie mir begegnen?
– Muss man mich suchen, klopfen oder stolpert man einfach hinein?
– Welche Tätigkeiten und Gefühle finden in mir statt?
– Welche Räume betrete ich selbst am häufigsten?
– Wer ist ständig anwesend und wer taucht nur in bestimmten Situationen auf?
– Wer fühlt sich hier zuhause, wer nur geduldet?
– Wer nimmt und gibt hier?
– Welche Spuren sind sichtbar, welche verdeckt?
– Wo endet Offenheit und beginnt Schutz?
– Was wäre nicht mehr möglich, würde es diesen Ort nicht geben?
– Wem tut dieser Ort gut, auch wenn er selbst es nie laut sagt?
– Was trägt dieser Ort, ohne dass es jemand bemerkt?
– Was geht von diesem Ort in die Welt – sichtbar oder unsichtbar?
– Was strahlt von hier aus, ohne dass man es benennen muss?
– Wenn ich mich selbst verändern dürfte: wo würde ich beginnen?
– Wenn jemand diesem Ort mit Respekt und Zeit begegnet, was würde er nochmal ganz neu entdecken?

Einzige Regel: Bitte das Gebäude so beschreiben, dass es ohne innerlichen Angriff wahrgenommen wird.

Schritt 2 zur Veränderung

Wer bereits etwas verändern mag, dies bitte ohne Druck zum «Optimieren» angehen. Wirklich gestalten, so dass sich etwas wohler für sich selbst anfühlt. Freier oder geschützter, lichtvoller, entlasteter, unterstützter, lebensreicher.

Wir wünschen allen die stille, kraftvolle Erlaubnis, sich selbst für eine Weile woanders zu begegnen.

Herzliche Grüße sendet
Das IHvV-Team, momentan aufgeteilt zwischen Neuruppin & Südfrankreich

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