Hypnose: Wie sie wirkt, was sie kann, wie es abläuft

Sie möchten Hypnose für die Lösung eines Problems nutzen, sie für sich selbst oder für andere anwenden? Es gibt vier Möglichkeiten an unserem Institut: 

Entwickelte die Hypnose-CDs zum Abnehmen: Friederike Gerling

Leitung Institut für Hypnose und verwandte Verfahren (IHvV): Friederike Gerling

1 Hypnose testen

Wenn Sie noch nicht wissen, ob Hypnose etwas für Sie ist, oder ob die Stimmen (und Persönlichkeiten) der Therapeutinnen am IHvV Ihnen passen (Team), können Sie unsere Hypnose-CDs nutzen oder
 unsere Hypnose CD zur Vorbereitung hier kostenfrei laden.

2 Hypnosesitzung

Wenn Sie glauben, Hypnose könnte Ihnen helfen, vereinbaren Sie per E-Mail oder Telefon einen Termin mit uns: Termin zur Hypnosesitzung.

3 Selbsthypnose lernen

Mit Selbsthypnose können Sie sich in vielen Lebenslagen helfen. Insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen profitieren davon.

Alternative: Selbsthypnose Skript kostenfrei anfordern.

4 Hypnose lernen

Informieren sich über die Ausbildung zum NGH-anerkannten und international zertifizierten Fachhypnotiseur:

Ablauf

Der Ablauf einer Hypnosesitzung am Institut für Hypnose und verwandte Verfahren besteht aus einem Vorgespräch, der Einleitung der Hypnose, der eigentlichen Intervention, der Rückholung aus der Hypnose und einem Nachgespräch.

Im Vorgespräch wird abgeklärt: Wie funktioniert Hypnose? Ist das, was Sie möchten, mit Hypnose erreichbar? Wieviel Sitzungen sind erforderlich?

Dann kann mit der ersten Sitzung begonnen werden. Sie begeben sich in eine entspannte Position, der Therapeut bringt Sie in die erforderliche Trancetiefe („Induktion“), was von den meisten Menschen als sehr angenehm empfunden wird, und arbeitet dann mit ihrem Unbewussten („Intervention“). 

Dabei steht uns ein breites Spektrum an Hypnose-Techniken zur Verfügung. Am IHvV wird mit den Techniken der klassischen Hypnose, den moderneren Techniken Milton H. Ericksons, hypnosystemischen und lösungsorientierten Modellen und dem Ressourcenmodell des NLP gearbeitet. Eine Besonderheit in unserer Praxis ist der Einsatz von Rückführungs-, Altersregressions-, Reinkarnations- und TimeLine-Verfahren sowie hypnoenergetischer Verfahren.

Welches Konzept, welche Methode zur Anwendung kommt, entscheidet der Einzelfall. Häufig ist eine Mischung aus verschiedenen Methoden besonders Erfolg versprechend.

Es gibt einen andauernden Streit darüber, was die „wahre“ Hypnose sei: Die klassische Form mit ihren direkten Suggestionen oder die moderne Form mit indirekten Interventionen und Ressourcenarbeit. Wir haben dazu etwas ausführlicher Stellung in einem gesonderten Beitrag genommen, unsere Methoden, die oft aus einer Mischung direkter wie indirekter Hypnose bestehen, begründet – vor den Hintergrund unserer Philosophie – eine Verortung der Stellung der Hypnose in den westlichen „Heilsystemen“.  

Nach der Intervention ist die gezielte „Rückholung“ (De-Hypnose) aus dem hypnotischen Zustand („Trance“) ebenso wichtig. Erst wenn Sie vollständig „wach“ sind, werden Sie aus der Praxis entlassen. Nach dem „Aufwachen“ (obwohl es ein Irrtum ist, anzunehmen, dass Hypnose ein schlafähnlicher Zustand sei, bleiben wir hier trotzdem einmal bei diesem Ausdruck) folgt ein Gespräch zum Schluss über die oft neuartigen Erlebnissen bei und in  Hypnose beziehungsweise über das, was in so einer Sitzung oft „hochkommt“. Der Kontakt mit dem eigenen Unbewussten ist für viele oft eine völlig neue Erfahrung.

Eine Sitzung dauert mit Vor- und Nachbereitung 45 bis 55 Minuten. Rückführungssitzungen länger. Die ersten Wirkungen stellen sich oft spontan ein. Nach den Sitzungen können aufgrund von Blockadelösungen innerhalb von 48 Stunden körperliche Reaktionen wie starkes Schwitzen u.v.m. auftreten. Dies ist ein positives Zeichen.

Auch können sich bei Ihnen insbesondere nach den ersten Sitzungen Fragen aufdrängen. Ein Informationsblatt, das Ihnen nach der ersten Sitzung mitgegeben wird, beantwortet viele dieser Fragen. Wir stehen Ihnen für Rückfragen nach den jeweiligen Sitzungen natürlich auch stets zur Verfügung.

Für den Beginn einer Behandlung, die aus mehreren Sitzungen bestehen kann, empfiehlt sich eine Doppelstunde, um effektiv beginnen zu können. Danach können die folgenden beiden Sitzungen im Wochenabstand erfolgen, weitere zumeist in größeren Abständen.

Sie können sich vorbereiten, in dem Sie eine unserer Hypnose-CDs, vornehmlich „Das Lichtbad“, „Der Kraftbaum“, oder auch „Der Spiegel“, hören. Oder üben Sie die Selbsthypnose, indem Sie mit unserer speziell für diesen Zweck produzierten Selbsthypnose-CD arbeiten.

Wo bzw. wobei kann Hypnose helfen?

(Und was heißt für uns „helfen“?)

Hypnose kann in sehr vielen Lebensbereichen und Problemfeldern helfen, egal ob in geistig-seelischen oder in körperlichen Bereichen. Wo Hypnose als Therapie indiziert ist, ist sie statistisch gesehen zu 70 Prozent erfolgreich (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hypnose DGH). Neben den allgemein statistischen Angaben gibt es aber auch unsere Praxiserfahrung.

Für uns bedeutet erfolgreich helfen: 

  • das Symptom wird in seiner Ursache erkannt und gelöst (z. B. Ängste, Krebs)
  • das Symptom kann gefahrlos ohne Ursache abgestellt werden (z. B. Rauchen)
  • ein Symptom kann zwar nicht ganz abgestellt, aber deutlich reduziert werden (z. B. Tinnitus von 100 auf 20 %)
  • die Symptomwahrnehmung wird so verändert, dass man mit dem Problem viel besser und gelassener umgehen kann, ohne dass es ganz verschwindet (z. b. chronischer Schmerz, Eifersucht, Sorgen)

Wo hilft Hypnose?

>> Abnehmen (gesundes Abnehmen ist langsames Abnehmen, in Verbindung mit der Umstellung des Essverhaltens, des Bewegungsverhaltens und weiteren, oft tiefgreifenden Veränderungen im Körper durch Entspannung und Lösung von Blockaden. Rechnen Sie mit drei bis sechs Sitzungen oder dem Besuch einer hypnotisch arbeitenden Abnehmgruppe, mindestens zehn Mal, gern auch in Verbindung mit einer dann in langen Abständen erfolgenden Begleitung, ersatzweise Hören einer Hypnose-CD, wenn Sie es regelmäßig tun. Jahrzehntelanges Verhalten hinterlässt tiefe Spuren im Nervensystem unseres Körpers, die Veränderung erfordert ebenfalls Zeit!)

>> Angina

>> Asthma (selbst schweres Asthma mit lebensbedrohlichen Zuständen, Asthma bei Kinder, oft auch in Verbindung mit Allergien wie Heuschnupfen oder Katzenhaarallergie, werden mit großen Aussichten auf Erfolge behandelt)

>> Ängste (Phobien, Panikattacken: soweit es sich um so genannte isolierte Phobien handelt, wie Flugangst, Angst vor Spinnen etc., sind diese oft in nur einer Sitzung abstellbar. Tieferliegende Ängste, sehr starke Ängste, die bis zur Suizidgefahr oder zur allgemeinen Handlungsunfähigkeit im Leben führen, können durchaus effizient begleitet werden, in Absprache mit dem jeweiligen Arzt, Psychologen, Psychiater usw.)

>> Bettnässen (sehr gute Erfolge mit drei bis vier Sitzungen)

>> Gewichtskontrolle (siehe Abnehmen und Zunehmen)

>> Geruchsverlust (hypnotische Regenerierung des olfaktorischen Systems nach Verlust durch Kortisonbehandlung)

>> Hautausschlag (wie Schuppenflechte, Neurodermitis etc., wird mit gutem Erfolg in maximal fünf bis sechs Sitzungen über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten behandelt).

>> Herpes Zoster (gute Erfolge in Kombination mit hypnoenergetischen Maßnahmen, bis hin zum vollständigen Abklingen der entzündlichen Geschehen).

>> Heuschnupfen (siehe Asthma)

>> Kontrolle & Selbstsicherheit (Vorträge vor Mitarbeitern bringen Sie immer wieder aus der Fassung? Obwohl sie fachlich kompetent sind, ist der Gedanke an öffentliches Reden über ihr Fachthema mit Schweißausbruch und Schlaflosigkeit verbunden? Entweder sie gehören zur Gruppe der hochsensiblen Menschen, dann können wir ihnen helfen, oder sie wissen noch nicht, wie man ganz normales Lampenfieber überwindet. Das geht sehr gut in Hypnose.)

>> Konzentrationssteigerung

>> Lebenshilfe 
(ob Sie nicht mehr weiter wissen, sich in einer Sackgasse wähne, allgemein verweifelt sind, oder immer wieder auf dieselben Probleme in Alltag, Schule oder Beruf stoßen: Der Kontakt mit dem eigenen Unterbewusstein, ergänzt durch direkte oder indirekte Suggestionen, hilft fast immer, scheinbar ausweglose Situationen zu lösen).

>> Menopause

>> motorische Tics

>> Neuralgie

>> Phantomschmerz

>> Phobien (siehe Ängste)

>> Raucherentwöhnung. Es gibt Hypnosetherapeuten, die über 70-prozentige Erfolgsraten bei der Raucherentwöhnung nachweisen können – und zwar langfristig (mehr als ein Jahr rauchfrei). Die seit 1970 veröffentlichten Studien zur Raucherentwöhnung mit Hypnose zeigen: Es kommt auf die hypnotische Methode und den ausführenden Hypnosetherapeuten an: Rauchfrei per Hypnose geht in mehreren Einzelsitzungen, aber auch in einer Gruppensitzung, mal kombiniert mit Nikotinpflaster, mal mit direkten Standard-Suggestionen, mal mit indirekten individuellen. Je nach Methode schwanken die DAUERHAFTEN Abstinenzraten, und zwar von 60 Prozent (mehrere Einzelsitzungen mit indvidualisierten Suggestionen) bis 13 bzw. 4 Prozent (je nur eine Sitzung). Im Vergleich zu anderen wissenschaftlich belegten Methoden ist jeder Wert über 40 Prozent dauerhafter Erfolgsrate  bereits ein Spitzenwert.

Im Jahr 2006 hat der „Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie“ der Bundesregierung die Hypnotherapie als wissenschaftlich fundiertes Verfahren für die Behandlung der Tabaksucht anerkannt. Wissenschaftliche Studien (Schweizer/Revenstorf Tübingen 2003) haben gezeigt, dass die Kombination von Hypnose mit verhaltenstherapeutischen Elementen die höchste Erfolgsquote aufweist: Ein Jahr nach der Therapie waren weiterhin knapp 50% der Klienten rauchfrei. Dies war zehnmal so viel wie beim Aufhören in Eigenregie und ca. doppelt soviel wie bei anderen Therapieformen.

>> Rückführung in nicht erinnerte Lebensabschnitte oder in Vorleben (dient der Klärung von unvollständigen Erinnerungen, Auflösung von Problem auslösenden Blockaden, usw. – mit zuverlässigen Tests wird ausgeschlossen, dass die Rückführung nur in der „Einbildung“ passiert, also nur die Reproduktion von etwas Gewünschtem oder Berfürchtetem)

>> Schlafprobleme (Probleme mit dem Einschlafen, Durchschlafen, plötzliches Aufwachen, Schlafwandeln – all dies wird an unserem Institut mit Erfolg behandelt. Häufig in Verbindung mit einem Zurückgehen zur Ursachen, zum Auslösen. Die hypnotische Technik, mit der wir dies tun, ist in der Regel die Timeline, manchmal die klassische Regression)

>> Schmerzen (akute, chronische, Phantomschmerzen)

>> Schuppenflechte (siehe Hautausschlag)

>> Trauerfälle (siehe Lebenshilfe)

>> Traumata

>> Tinnitus (gute bis sehr gute Erfolgschancen für eine wesentliche Reduktion. Am IHvV arbeitet eine Musiktherapeutin und Hypnotiseurin mit einer anerkannten Spezialausbildung für die Behandlung von Tinnitus (K. Makswitat).

>> Verzweiflung (siehe Lebenshilfe)

>> Zähneknirschen (effektiv beeinflussbar mit regelmäßiger hypnotischer Tiefenentspannung, zwei bis drei Sitzungen sind einzurechnen).

>> Zunehmen (ähnlich wie beim Abnehmen sind mindestens drei, hier eher fünf bis sechs Sitzungen vonnöten, um eine Normalisierung des Essverhaltens in Verbindung mit einer gesunden Gewichtszunahme erreichen zu können).

Hypnose Kataleptische Brücke (Quelle: public domain)

Willentlich nicht steuerbar: Kataleptische Brücke in Hypnose (Quelle: public domain)

Was ist Hynose?

Hypnose ist so real und geheimnisvoll wie die Pyramiden. Ein Mensch in Hypnose stellt auch nach 100 Jahren die Forscher vor Rätsel, verblüfft Wissenschaftler aus Harvard, Freiburg oder Stanford immer wieder aufs Neue.

In der hypnotischen Trance passieren unerwartete Dinge. Ein Mensch kann etwas sehen, riechen oder schmecken, was es gar nicht gibt oder umgekehrt ignorieren, was tatsächlich existiert. Zum Beispiel Schmerz.Das neue Interesse an medizinischer Hypnose lässt sich zum Teil auf Erfahrungen von Militärärzten im Zweiten Weltkrieg zurückführen, die manchmal ohne Narkose amputieren mussten. In tiefer Trance empfanden die Soldaten keinen Schmerz.

Hypnose, Rückführung, Hypnose-CDs, Ausbildung: Das Angebot am IHvV.

Hypnose, Rückführung, Ausbildung – zu jedem Angebot am IHvV gibt es besondere Selbsthilfe- und Hypnose-CDs in unserem Online-CD-Shop.

Indien, 1845: Der schottische Arzt James Esdaile schafft mit hypnoseähnlichen Methoden (Mesmerismus) erstmals völlige Betäubung. Acht Jahre lang nimmt er unter hypnotischer Anästhesie Amputationen und Tumorentfernungen an 345 Patienten vor (ehe sein Arbeitsvertrag mit einer Teehandelsgesellschaft endet und er in die Heimat zurückkehrt). Zu diesem Zeitpunkt hat das leichter zu verabreichende Chloroform seinen Siegeszug als Narkosemittel angetreten.

Hypnose und Schmerzforschung

Universität von Iowa City (USA), 2006: Forscher unter der Federführung des deutschen Studienleiters Prof. Dr. Sebastian Schulz-Stübner suggerieren Testpersonen, ein kalter Handschuh schütze ihre Finger vor einer heißen Elektrode. Die Elektrode wird erhitzt – keine Reaktion. Schulz-Stübner: “Das Schmerzsignal kam zwar noch an, aber es wurde von den höheren Hirnregionen nicht mehr als Schmerz festgestellt“. Die Probanden schalteten bestimmte Gefühls- und Wahrnehmungszentren einfach ab.

Harvard-Dozent Stephen Kosslyn fasst seine jahrelangen, weltweit beachteten Forschungen mit einem Unterton anhaltender Verblüffung zusammen: In Hypnose falle unser Geist in „eine Art Super-Konzentration, in der die mentalen Bilder so stark werden können, dass sie die tatsächliche Wahrnehmung blockieren“.

Die Hirnforschung kommt der Hypnose nur langsam auf die Spur: Der Thalamus

Die Hirnforschung kommt der Hypnose nur langsam auf die Spur: Der Thalamus – Bewusstseinszentrum? Quelle: fmrt-scanthalamus (cc)

Hypnose – ein natürlicher Zustand?

Viele Forscher glauben inzwischen, dass wir mehrmals täglich für kurze Zeit in hypnoseähnliche Zustände fallen (etwa alle 90 Minuten, daher der Pausenrhythmus in Schulen). Kinder bis zum siebten Lebensjahr sind sogar ständig in diesem Trancezustand. Fast jeder ist schon einmal Auto gefahren und kann sich hinterher nicht erinnern, was unterwegs passiert ist. Beim Lesen eines Krimis vergisst man die Welt um sich, und spielende Kinder muss man oft dreimal zum Essen rufen. Alles Zustände, die dem der Hypnose verblüffend ähneln.

Fokussierte Aufmerksamkeit

Dieser Zustand lässt sich verdeutlichen mit dem Bild von einer Taschenlampe in einem abgedunkelten Raum. Ihr Lichtstrahl trifft auf eine Blumenvase. Die Vase ist in allen Einzelheiten zu erkennen. Alles andere bleibt ausgeblendet. Hypnosetherapeuten nennen diesen Zustand „fokussierte Aufmerksamkeit“.

Hypnotisierbarkeit der Bevölkerung - abgeleitet aus der Stanford-Scale, gering-, mittel- und hochsuggestible Gruppen.

Hypnotisierbarkeit der Bevölkerung – abgeleitet aus der Stanford-Scale, gering-, mittel- und hochsuggestible Gruppen. Grafik: IHvV

Als Hypnosepraktiker wissen wir um die Methoden, wie man fast jeden (95 – 98 %) in diesen Zustand führt. Das erklärt aber nicht, was genau sich in Hypnose alles ändert, und vor allem nicht, wie und warum.

Selbsthypnose

Mit Hypnose bzw. Selbsthypnose ist es möglich, die Führung in der größten Schaltzentrale unseres Körpers zu übernehmen: dem Unterbewusstsein. Auf unser Bewusstsein entfallen nur zwei Prozent der Aktivität unserer Nervenzellen. 98 Prozent sind auf unbewusste Vorgänge zurückzuführen. Wenn unser Unterbewusstsein so groß ist wie ein Fußballfeld, dann hat unser Bewusstsein etwa die Dimension einer Streichholzschachtel.

Mit anderen Worten: Die eigentliche Führung über unser Leben hat das Unterbewusstsein. Das betrifft unser Handeln, die Regulierung des Stoffwechsels, unser Immunsystem, unsere Instinkte, unsere Empfindungen.

Im Gehirn gibt es tatsächlich so etwas wie eine Schaltzentrale all dieser Vorgänge. Es ist das limbische System. Das limbische System wird auch Säugetierhirn genannt, weil wir es mit den Säugetieren gemein haben.

Hypnose lernen: Das Limbische System

Hypnose lernen: Das Limbische System ist Gefühls- und Gesundheitszentrale im Gehirn. Auch Gedanken werden von ihm mit einem „Gefühlsstempel“ versehen. Grafik: pukrufus / iStock

Die Bedeutung des „Säugetierhirns“

Es ist mit vielen anderen Arealen des Gehirns stark vernetzt. Inzwischen hat die Hirnforschung herausgefunden, dass nicht nur das Vegetative und Unbewusste, sondern auch jeder bewusste Gedanke durch das limbische System gefiltert und beeinflusst werden.

Selbst willentliche Entscheidungen und rationale Vorgänge wie Rechenaufgaben lösen oder Schachspielen erhalten durch das limbische System eine Art Gefühlsstempel. Das gilt auch für Erinnerungen, Handlungen und Gewohnheiten. Das heißt, nichts geht ohne Gefühl. Auch, wenn uns dies nicht bewusst ist. Diese Schaltzentrale, das limbischen System, beeinflusst fast alles, was in und mit uns geschieht – wie wir denken und fühlen, was wir erreichen, wie und wer wir sind. Ein Zugang dazu ist vergleichbar mit einem Schlüssel, der das Tor zu Gesundheit, Motivation und Harmonie aufschließt.

Hypnose lernen…

heißt, mit dem limbischen System zu „kommunizieren“. Hypnose ist insofern nicht nur ein Zustand, in dem das Tor zum Unterbewusstsein weit aufsteht, sondern auch die systematische Methode, es zu betreten. Und mit ihm zu kommunizieren: über direkte Suggestionen, indirekte Bilder, Gleichnisse, Metaphern. Wer das kann, nennt sich Hypnosetherapeut oder Hypnotiseur. Hypnose lernen kann man an einem Wochenende oder ein Leben lang. Das Curriculum der deutschen DGH fordert 240 Stunden Fortbildung, das der amerikanischen NGH 100. Mit 100 Stunden hat man die Voraussetzung erfüllt, um (nicht therapeutisch) hypnotisieren zu können, als Hypnotist bzw. Fachhypnotiseur.

Hypnose Anleitung

Es geht angeblich auch schneller. Im Hypnose Forum „wikihow“ kursiert eine Hypnose Anleitung auf Englisch, wie man jemanden in Trance bringt und dann Tricks mit ihm ausprobiert. Man mag die Stirnrunzeln und auf die Gefahren hinweisen, aber wir selbst haben die allerersten Schritte gemacht, indem wir eine Hypnose Raucherentwöhnung entwickelt und ausprobiert haben.

Hypnose Raucherentwöhnung…

Das arme „Opfer“ war tatsächlich wochenlang rauchfrei. In Wirklichkeit aber konnte es nicht rauchen, ohne dass ihm übel wurde. Eine fragwürdige Methode, die wir seitdem in Richtung „größere Magenverträglichkeit“ verändert haben. Was mit Hypnose als Therapie möglich ist und bereits erreicht wurde, zeigen hunderte Studien, und zeigt die Anerkennung der Hypnose als therapeutische Methode in Deutschland, England, den USA, Kanada, Australien, Südafrika und anderen Ländern. Allen Studien zum Trotz sind viele Dinge, die in Zusammenhang mit Hypnose passieren, nicht komplett erforscht. Daher hier unsere kleine Liste der…

Rätsel der Hypnose:

Hypnose stillt Blutungen bei Blutern

Hypnose stillt Blutungen. Alexej Zarewitsch (1904 - 1918) ist Bluter gewesen. Quelle: GRM

Hypnose stillt Blutungen. Alexej Zarewitsch (1904 – 1918) ist Bluter gewesen. Quelle: GRM

Hypnose-Phänomen: Alexej Zarewitsch, der letzte Zarensohn (geboren 1904), litt an der Bluterkrankheit. Zu seiner Zeit gab es keine Therapie. Als der Dreijährige beim Spielen fällt, kommt es zu einem großen Bluterguss an der Hüfte, dann bekommt er hohes Fieber. Das Kind liegt im Sterben, als ein Wanderheiler die Blutung mit Hypnose stoppt. Der Hypnotiseur ist heute bekannter als sein Patient: Sein Name ist Rasputin. Nach dem Vorfall wurde er zum Leibarzt der Zarenfamilie. Alexej überlebte die Verletzungen, nicht aber die russische Revolution.

Erläuterung: Der deutsche Hypnoseforscher Walter Bongartz weist die Wirkung von Hypnose auf die wichtigsten Aspekte des Blutbildes nach: Gerinnungsfaktor, Leukozytenzahl, Hormonhaushalt, Immunstatus. Andere Studien zeigen: Patienten, die in Trance operiert werden, haben weniger Komplikationen, bekommen weniger Entzündungen und erholen sich schneller. Den Wirkungsmechanismus dahinter vermögen die Studien nicht zu klären.

Unsere Erfahrung:

In der Hypnosepraxis begleitet man Zahnextraktionen, um Blutungen schneller zu stoppen. Das gleiche gilt für die kleinen Wunden unserer Kinder. Bei Notfallhypnose setzt man aber nicht Entspannungshypnose, sondern Blitzhypnose ein.

F. Gerling (Institutsleiterin)

Hypnose blockiert Schmerz

Hypnose wird bei Operation als Anästhesie-Ersatz eingesetzt.

Foto: Hypnose wird bei Operation als Anästhesie-Ersatz eingesetzt.

Das Phänomen: Mitte des 19. Jahrhunderts führt der schottische Chirurg James Esdaile hunderte Operationen unter Hypnose durch. Die narkotische Wirkung von Chloroform war noch nicht entdeckt. Im 20. Jahrhundert hat unter anderem die Uniklinik im belgischen Lüttich seit Jahren Routine in hypnotischer Anästhesie, operierte die belgische Königin an der Schilddrüse.

Erläuterung: Wissenschaftler kontrollierten die Gehirnströme während der Hypnose mit der Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Die Entdeckung: Der Schmerzreiz erreicht das Gehirn, aber die Verarbeitung des Reizes in den verschiedenen Hirnregionen ist blockiert. Der Schmerz wird dadurch nicht negativ bewertet, sondern nur als neutrales Gefühl wahrgenommen.

Unsere Erfahrung:

Bereits am zweiten Tag von Selbsthypnose-Kursen sind die Teilnehmer in der Lage, sich eine Anästhesie der Hand zu geben. Klienten, die Angst vor Schmerzen beim Zahnarzt haben, wird ein sogenannter hypnotischer Anker gesetzt, den er bei Bedarf auslöst und der schmerzunempfindlich macht.

Bianka Hibsch, Fachhypnotiseurin NGH

Hypnotischer Zustand: Wach oder Schlaf?

Untersuchte das Gehirn in Trance: Clark Hull, US-Psychologe (1884 - 1952)

Untersuchte das Gehirn in Trance: Clark Hull, US-Psychologe (1884 – 1952) (pdm)

Das Phänomen: Clark Hull, Forscher in Yale, stellt bereits 1930 fest: Die Augen des Hypnotisierten bewegen sich langsamer als in der REM-Phase des Schlafes. Das Muster der Hirnstromwellen entspricht weder dem des Schlafes noch des Wachseins.

Erläuterung: Hypnose ist kein Schlaf, sondern ein eigener, „dritter Zustand“. PET und fMRT, moderne bildgebende Verfahren, zeigen, wie im Verlauf einer Hypnosesitzung je nach Sugges­tion unterschiedliche Areale im Gehirn aktiv, andere „abgeschaltet“, linke und rechte Gehirnhälfte darüberhinaus „synchronisiert“ werden. Mit anderen Worten: Hypnose ist kein Schlaf, sondern ein eigener, „dritter Zustand“.

Unsere Erfahrung:

In der Hypnoseausbildung wird demonstriert, wie jemand in tiefer Trance dennoch kommunizieren kann – etwa mit Fingerzeichen. Hypnose ähnelt einerseits dem Zustand, den man durch Meditation oder autogenes Training erreicht, unterscheidet sich andererseits durch die hypnotischen Interventionen.

Friederike Gerling, Lehrausbilderin Hypnose

Wie Hypnose die Körperchemie verändert

Mit Hypnose werden körperliche Parameter geziet beeinflusst Foto: Supermartl

Mit Hypnose werden körperliche Parameter gezielt beeinflusst Foto: Supermartl

Das Phänomen: Der pH-Wert des Speichels wird gemessen, dann einer Reihe von Teilnehmern die Suggestion einer sauren Zitrone gegeben. Unmittelbar nach der Hypnose wird erneut gemessen. Der pH-Wert hat sich Richtung „sauer“ verändert.

Erläuterung: Dieses Experiment war beim Wettbewerb „Jugend forscht“ erfolgreich. Durchgeführt wurde es von Solveig Riemer, einer am IHvV in Hypnose ausgebildeten, damaligen Abiturientin.

Geschmackssuggestionen scheinen nicht nur das subjektive Empfinden zu ändern, sondern Botenstoffe auszusenden, die tatsächliche chemische Veränderungen bewirken. Suggestionen zeigen oft unmittelbar körperliche Wirkung. Und zwar über das hinaus, was mit anderen Entspannungstechniken möglich ist. Die Wirkung auf Sympathikus und Parasympathikus bleibt noch zu klären.

Unsere Erfahrung:

Für Verblüffung sorgen immer wieder Experimente, die mit Muskelspannung zu tun haben: Erweiterung des Sichtkreises (peripheres Sehen), „Lähmungen“ bzw. „Starre“ von Augenlidern oder größeren Muskelpartien, das Gefühl, die Schwerkraft habe sich umgedreht (Schweben, Levitation). Der Hypnotiseur Jan Becker demonstriert vor Publikum, was auch indische Fakire vermögen: den eigenen Herzschlag anzuhalten

Karin Makswitat, Fachhypnotiseurin

In hypnotischer Trance Blutaustrittsrichtung steuern

Hypnoseexperiment: Neurotransmitter als Beweis?

Hypnoseexperiment: Neurotransmitter als Beweis? Quelle: 2 (cc)

Das Phänomen: Bei einem dokumentierten Hypnoseexperiment von Roy Hunter (1987) kann der Hypnotisierte die Richtung bestimmen, die eine Blutung nimmt: Eine Hautfalte der Hand wird mit einer Nadel durchstochen, das Ergebnis sind je ein kleines Einstichs- und ein Austrittsloch. Bei Nicht-Hypnotisierten blutet es aus beiden Wunden. Hypnotisierte können es nur links oder nur rechts bluten lassen (abhängig von der gegebenen Suggestion).

Erläuterung: Die derzeitige Theorie stützt sich auf eine Neuentdeckung. Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe und Teil unseres Nervensystems. Neurotransmitter wurden jetzt aber nicht nur dort gefunden, wo Nervenzellen sind, sondern überall im Körper, etwa in roten Blutkörperchen. Da Neurotransmitter die Botenstoffe unserer Gedanken und Gefühle sind, könnten sie das fehlende Glied in der Kette zwischen Gedanken und Reaktionen beliebiger Zellen im Körper sein.

Unsere Erfahrung:

Bei einer Wiederholung des Experimentes am IHvV hatten nur diejenigen Teilnehmer Kontrolle über die Blutaustrittsrichtung, die entweder hochsuggestibel oder bereits öfter hypnotisiert worden sind.

Andreas Hahm-Gerling, Journalist und Hypnose-Coach IHvV

Mit Hypnose biologische Uhr stellen

In Selbsthypnose die Innere Uhr stellen. Quelle: pixabay

In Selbsthypnose die Innere Uhr stellen. Quelle: pixabay

Das Phänomen: Ein jeden begeisternder Selbsttest ist Teil der Selbsthypnose- bzw. Hypnoseausbildung: Man gehe in eine mittlere Trance (wie man das macht, kann man auch kostenlos online lernen) und suggeriere sich eine „krumme“ Aufwachzeit. Etwa 7.13 Uhr. Wecker ausstellen und am nächsten Morgen unmittelbar nach dem Aufwachen die Uhrzeit prüfen.

Erläuterung: Teil des vegetativen Nervensystems könnte des sogenannte „Körpergedächtnis“ sein. Hypnosetherapeuten glauben, dass es speichert, was in der Vergangenheit dem Menschen widerfahren ist. Es kann aber auch in die Zukunft wirken – als biologische Uhr. Ein Denkmodell. Wissenschaftlich ungeklärt.

Hypnosetherapeuten gehen davon aus, dass mit hypnotischen Suggestionen das vegetative Nervensystem direkt erreichbar ist.

Unsere Erfahrung:

Der überwiegende Teil von Teilnehmern an Hypnoseseminaren stellt fest, dass die suggerierte Aufwachzeit auf die Minute stimmt. Die Wirkung der Hypnose auf das Zeitempfinden kann bei langen Autofahrten genutzt werden: Indem man sich in Selbsthynose etwa eine Zeitraffung um den Faktor fünf suggeriert. Zehn Stunden kommen einem dann vor wie zwei.

Anne-Kathrin Schmidt, Fachhypnotiseurin

In Hypnose den eigenen Herzschlag anhalten

(oder den Blutdruck senken)

Hypnose als Blutdrucksenker

Keine Überraschung: Hypnose als Blutdrucksenker. Aber als „Herzschrittmacher“ schon. Quelle: pixabay

Die Phänomene: Während einer Hypnosesitzung wird Hypnotisierten kühl. Wärmebildkameras zeigen den Abfall der Körpertemperatur, vor allem an Händen und Füßen. In Selbsthypnose kann man den Herzschlag für einige Sekunden aussetzen lassen.

Erläuterung: Während der Entspannung weiten sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt. Zur Aufrechterhaltung der vitalen Funktion wird das Blut aus den peripheren Regionen zu den wichtigen Organen abgezogen. Füße und Hände werden geringer versorgt. Folge: Die Körperoberflächentemperatur sinkt. Man fröstelt leicht.

Hypnose beeinflusst zahlreiche Körperfunktionen als Nebeneffekt der Entspannung: Atemfrequenz, Puls, Blutdruck.

Unsere Erfahrung:

Was als Nebeneffekt hypnotischer Entspannungstrance passiert, kann jeder in Selbsthypnose gezielt steuern: Blutdruck senken, Atmung vertiefen, Herzschlag verlangsamen. Oder gar aussetzen lassen (Fakire, Mentalisten, Hypnotiseure). Die Nebeneffekte treten übrigens bei der Anwendung aller Entspannungstechniken auf. Dafür hält die Hypnosepraxis Decken und warme Socken bereit.

Bianka Hibsch, Fachhypnotiseurin Institut IHvV

Hypnose macht aus Vorstellungen Realität

 

Hirnscans in Hypnose zeigen Aktivität.

Hirnscans zeigen: „Farbneuronen“ sind selbst dann aktiv, wenn man nur Schwarz-Weiß sieht. Aber nur, wenn man in Hypnose Farbiges suggeriert bekommt. Abb: Was-a-bee

Hypnose-Phänomen: Ein Team um den Harvard-Forscher Stephen Kosslyn legte Testpersonen in einen PET und zeigte ihnen Dias: Farbige und Schwarz-Weiße. Bei schwarz-weißen Dias wurden die Probanden aufgefordert, sich die Farbe vorzustellen. Dies wurde unter Hypnose wiederholt. Das Ergebnis verblüffte: Waren die Testpersonen nicht hypnotisiert, zeigten die Zentren ihrer Gehirne dort, wo die Farberkennung lokalisiert ist, weniger Aktivität, wenn die Leinwand Schwarz-Weiß blieb. Befanden sie sich aber in Trance, feuerten die betreffenden Hirnregionen, als sähen sie Farben.

Erläuterung: Ähnliche Untersuchungen und Ergebnisse gab es bereits früher. Aber die Versuchsanordnung von Kosslyn ist bestechend einfach – und darum so spektakulär einprägsam. Wenn dem Gehirn unter Hypnose eine Farbe suggeriert wird, dann „sieht“ es sie – es kann zwischen Realität und Suggestion nicht unterscheiden. Das gilt nicht nur bei visuellen Wahrnehmungen, sondern auch beim Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Unmögliches wird hingenommen wie im Traum. Der Hypnotisierte akzeptiert die Suggestionen des Hypnotiseurs.

Unsere Erfahrung:

Die Akzeptanz von Suggestionen hat ihre Grenzen: Gefährliche Suggestionen führen in der Regel zur automatischen Auflösung der Trance. Die Klient wacht auf. Übrigens: Die umfangreichste Liste hypnotischer Phänomene findet man nicht in klinischen Lehrwerken, sondern in der „Enzyklopädie der Showhypnose“.

Karin Makswitat, Musiktherapeutin und Fachhypnotiseurin

Real? Rückführung früheres Leben

Das Phänomen: In Trance (meist durch Hypnose herbeigeführt) wird man durch Rückführung oder Altersregression auf einer mentalen Reise in der Zeit zurückgeführt. Man erinnert sich an Erlebnisse und Ereignisse aus frühester Kindheit, während der Geburt oder davor.

Die Erkundung früherer Leben führt mit Hypnose-Rückführung zu Erlebnissen, als sei man dabeigewesen. Manchmal kommen starke Gefühle hoch. Die erinnerten Fakten und Situationen sind manchmal historisch bewiesen, obwohl der Rückgeführte sie nicht hätte wissen können, behaupten Pioniere der Methode.

Erläuterung: Hypnosefachleute gehen von einem dezentralen Körpergedächtnis aus, in dem alle Erlebnisse gespeichert sind. Abrufen kann man diese Erlebnisse aber nicht bewusst.

Die Methode der Hypnose macht sich bei Rückführungen die Funktion des limbischen Systems zunutze. Das limbische System verleiht jeder Wahrnehmung, jedem Gedanken eine Art „Gefühlsstempel“. Durch das Hinführen zu starken Gefühlsmomenten wird die Erinnerung an damit verbundene Ereignisse ins Bewusstsein geholt.

Unsere Erfahrung:

Rückführung ist für viele ein esoterischer Randbereich der Hypnotherapie. In der Praxis jedoch erweist sich die auch Reinkarnationstherapie genannte Methode als mächtiges Instrument, mit dem Klienten Erfolge haben, wenn andere Mittel versagen. Mit fortgeschrittenen Methoden der Rückführungstherapie lassen sich im Prinzip Kontakte mit Verstorbenen und Ausblicke in das Leben nach dem Tod herstellen.

Anne-Kathrin Schmidt, Rückführungsleiterin IHvV

Zwölf Hypnosephänomene

Bestimmte hypnotische Phänomene sind den verschiedenen Trance-Tiefen zugeordnet. Beispiel: Das Phänomen, seine Augenlider nicht mehr öffnen zu können – bei entsprechender Suggestion – tritt bereits in einer leichteren Trance auf. Das Phänomen einer negativen Halluzination, etwa den Kopf des Gegenüber nicht mehr sehen zu können, in tieferer Trance.

Es gilt die Regel: Je tiefer die Trance, desto außergewöhnlicher die Phänomene, die mit Hypnose erlebt werden. Forscher nutzen die Hypnosephänomene umgekehrt, als Indikator von Trancetiefe und Hypnotisierbarkeit. Lesen Sie hier, wieviel Prozent der Deutschen – im Rahmen der fundiertesten und statistisch relevanten Vergleichsstudie – nach erfolgreicher Hynose-Induktion hypnotische Phänomene erleben (in Klammern zum Vergleich das Ergebnis der Studie bei US-Amerikanern):

Deutsche leichter hypnotisierbar als Amerikaner?

  • Senken der rechten Hand: 96 % (USA: 92 %). Die Suggestion führt dazu, dass der Proband den Arm während oder kurz nach der Suggestion vollständig senkt, ohne dass er willentlichen Einfluss nimmt.
  • Bewegung der Händer auseinander: 78 % (88 %). Vor dem Oberkörper werden die Hände ausgestreckt und zusammengebracht. Die Suggestion: Eine Kraft drückt die Handflächen auseinander.
  • Halluzination eines Moskitos: 32 % (48 %). Dem Hypnotisierten wird eine Stechmücke suggeriert, und er soll sie verscheuchen. Die Suggestion gilt als erfült wenn er oder sie mit dem Armen entsprechende Bewegungen macht, obwohl keine Mücke im Raum ist.
  • Zitrone schmecken: 49 % (46 %). Die Probanden nehmen überzeugend verschiedene Geschmackshalluzinationen wahr: den Geschmack einer Zitrone, den Geschmack von Zucker.
  • Armrigidität: 69 % (45 %). Der rechte Arm ist vor sich ausgestreckt. Die Suggestion lautet, dass der Arm nicht gebeugt werden kann, selbst wenn man es probiert. Die Suggestion gilt als erfüllt, wenn – wie bei den ersten drei Tests – die Reaktion während der Suggestionsphase oder bis zu zehn Sekunden danach erfolgt ist.
  • Traum: 49 % (44 %). Der Hypnosetherapeut suggeriert den Testpersonen, einen Traum zu einem bestimmten Thema (bei der Studie war das ein Traum über Hypnosse) zu träumen. Für die Traumerfahrung erhält die hypnotisierte Person zwei Minuten Zeit.
  • Altersregression: 48 % (43 %). Die Tester führen die hypnotisierte Testperson hypnotisch zurück, und zwar in die fünfte und die zweite (Schul-)Klasse. Bei erfolgter Rückführung erhalten die Probanden die Anweisung ihren Namen zu schreiben. Die Suggestion gilt als erfolgreich, wenn eine Veränderung der Handschrift verzeichnet werden konnte – zumindest bei einem der beiden Alter.
  • Katalepsie des Arms: 55 % (36 %): Der linke Arm soll auf den Beinen beim Sitzenden Probanden aufliegen. Er wird als erstarrt und unbeweglich suggeriert. Die Übung ist erfüllt, wenn der Arm nicht mehr angehoben werden kann.
  • Unempfindlichkeit bei ätzendem Geruch: 39 % (19 %). Geruchsunempfindlichkeit, auch Anosmie genannt, wird suggeriert. Eine kaum verdünnte Ammoniak-Lösung (1 Teil Wasser, 4 Teile Ammoniak) wird dem Hypnotisierten unter die Nase gehalten. Die normale Reaktion im Wachzustand auf den ätzenden Geruch wäre eine Abwehrbewegung wie etwa das Zurückziehen des Kopfes. Die Suggestion galt als erfüllt, wenn die Testperson keine derartige Reaktion zeigte.
  • Positive Halluzination: 3 % (9 %). Dem Hypnotisierten werden scheinbar Fragen über einen Lautsprecher gestellt. Wenn er auf diese (eigentlich ja gar nicht gestellten) Fragen antwortet, gilt die Suggestion als erfüllt (Halluzination einer menschlichen Stimme).
  • Negative Halluzination: 13 % (9 %). Dem Probanden werden drei Karten eines Kartenspiels vorgelegt. Die Suggestion: Er sieht nur zwei.
  • Posthypnotische Amnesie: 23 % (27 %). Den Testpersonen wird suggeriert, sie vergessen den gesamten Hypnosetest und können sich solange nicht daran erinnern, bis die suggerierte Amnesie (Vergessen) zurückgenommen wird. Erfüllungskriterium war hier, dass maximal drei der zwölf Testaufgaben erinnert werden durften.

Anmerkung:

Man erkennt, dass fast jeder grundsätzlich hypnotisierbar ist. Was aus der Studie nicht hervorgeht, aber anerkannt ist: Je häufiger jemand hypnotisiert wird, desto tiefer kommt er und desto eher würden sich auch schwierigere Suggestionen wie etwa die Halluzination einer Stimme realisieren. Suggestibilität im Sinne von Hynotisierbarkeit ist also kein festgelegter Wert. Sondern eine Frage der Übung.

Friederike Gerling

Zur Auswertung:

  • Als hoch suggestibel gelten Menschen, bei denen mindestens acht der zwölf Übungen klappten. In Deutschland trifft das auf 23 Prozent der Bevölkerung zu (in den USA auf 26 Prozent).
  • Von einer guten mittleren Hypnotisierbarkeit (Suggestibilität) geht man aus, wenn fünf bis sieben der Übungen erfüllt werden konnten. Das ist in Deutschland bei weiteren 38 Prozent der Fall, in den USA liegt der Anteil bei 29 Prozent.
  • Als gering suggestibel gelten Personen, bei denen nur maximal vier von zwölf Suggestionen in Erfüllung gingen. Solche geringer Suggestiblen würde ein Showhypnotiseur rasch erkennen und „aussortieren“. Hypnosetherapeuten können aufgrund des Lerneffekts (Wiederholung einer Hypnose führt zu höhrerer Suggestibilität) aber auch mit gerin suggestiblen erfolgreichen (es müssen nur mehr Sitzungen eingerechnet werden). In Deutschland beträgt der Anteil dieser Suggestiblen 40 Prozent, in den USA 45 Prozent.
  • Prinzipiell Hypnotisierbar sind in Deutschland danach mindestens 96 Prozent der Bevölkerung, in den USA mindestens 92 Prozent (mindestens eine Suggestion hat auf Anhieb geklappt).

Bei der Studie wurden keine in Hypnose geübten Probanden, sondern ein Bevolkerungsdurchschnitt zur Teilnahme ausgewählt. In Deutschland nahmen 174 Personen teil, in den USA 307. 

Nutzen und Anwendung der Hypnose

Abnehmen mit Hypnose und andere Studien

Zur Wirksamkeit der Hypnose als Therapie liegen unter anderem in folgenden Bereichen wissenschaftliche Studien vor (weitere Infos finden Sie unter „Hypnosetherapie“):

  • Abnehmen mit Hypnose
  • Hypnose Raucherentwöhnung
  • künstliche Befruchtungen
  • Warzen
  • Tinnitus
  • Heuschnupfen
  • allergische Reaktionen
  • Nahrungsmttelunverträglichkeiten
  • Reizdarmsyndrom
  • Stress und Burnout
  • Ängsten, Phobien
  • Probleme in der Schule (LRS, ADS, ADHS).
  • Hypnose mit Kindern im Vorschulalter

Anerkennung der Hypnose

Institutionelle Anerkennung der Hypnosetherapie.

Institutionelle Anerkennung der Hypnosetherapie. Montage: IHvV

Bereits 1892 erkennt die British Medical Association (BMA) die therapeutischen Wirkungen der Hypnose an. 1952 wird Hypnose in Großbritannien in die Ausbildung klinischer Berufe übernommen. 1961 folgt die USA. In Deutschland werden die Studien zur klinischen Hypnose 15 Jahre lang geprüft, ehe schließlich am 27.03.2006 Hypnotherapie als Methode anerkannt wird.

Statistik

In Deutschland gibt es keine von einem Bundesamt veröffentlichte Statistik zur Hypnose. Die von der Bundesärztekammer herausgegebenen Zahnärztlichen Mitteilungen („ZM online„) fasste eine eine Umfrage an einer Lübecker Klinik (mit 310 Personen) so zusammen: Während ein knappes Drittel der befragten Patienten ohne jede Kenntnisse zum Thema Hypnose waren, kannten vom Rest die gute Hälfte Hypnse aus dem Fernsehen, ein Drittel war auch über Zeitschriften über Hypnose informiert. Nur ein geringer Teil (8,7  %) wurde durch ihren Arzt oder Zahnarzt aufgeklärt.

In Großbritannien wurden im Jahr 2000 1,5 Millionen medizinische Hypnosen durchgeführt. Jede fünfte Einrichtung der medizinischen Erstversorgung bietet dort Hypnose an.

Bereits vor 20 Jahren waren rund 200 wissenschaftliche Studien zur klinischen Hypnose bekannt. Die Zahl steigt seitdem überproportional stark an.

Gefahren der Hypnose

Somnabul: Dieser Zustand ist das Klischee tiefer Trance, darum ranken sich die Ängste: Völlig weg zu sein, manipulierbar zu werden. Abb.: NoJin Ludmila Seefried Matějková

Somnabul: Dieser Zustand ist das Klischee tiefer Trance, darum ranken sich die Ängste: Völlig weg zu sein, manipulierbar zu werden. Abb.: NoJin Ludmila Seefried Matějková

Niemand kann in einer Hypnose stecken bleiben.

Wir erwachen automatisch aus der Hypnose, wenn aus irgendwelchen Gründen (Unfall) die Aufwachphase nicht abgeschlossen wird – oder man gleitet einfach in einen erholsamen Schlaf. Auch der Kobold auf der Schulter wird für den Mann spätestens am nächsten Morgen verschwunden gewesen sein. Es gibt weder in unserem Erfahrungsbereich aus der hypnotherapeutischen Praxis noch in der Literatur einen Fall, in dem jemand nicht aus der Trance erwacht ist.

Etwas anderes sind posthypnotische Suggestionen – die wirken, wie der Name sagt, erst nach der Auflösung einer Trance. Das macht oft Sinn. Etwa die Vorstellung einer virtuellen Schutzmembran, die ausgelöst wird, sobald der Katzenhaar-Allergiker Kontakt mit Katzen hat.

Manipulationen im Sinne von gewollten Veränderungen aber sind möglich (und im Falle therapeutischer Absichten erwünscht). Das US-amerikanische Department of Health, Education and Welfare (DEWH) stuft die klinische Anwendung der Hypnose als unbedenklich ein.

Die „Gefahr“ besteht lediglich darin, dass man an einen nicht so gut ausgebildeten oder unbegabten Therapeuten gerät.

ABER: Durch Hypnose wird die Empfindlichkeit des Hypnotisierten heraufgesetzt. Im Zustand der Hypnose ist er empfänglicher als sonst für Suggestionen. Diese können auch nach der Hypnose weiterwirken. Dies kann erwünscht sein – etwa bei der Raucherentwöhnung -, oder unerwünscht, etwa bei einer Nebenwirkung aufgrund von Showhypnose.

Auch Spontanregressionen in traumatische Erlebnisse kommen bei Showhypnosen (selbst beim nur Zuschauen) vor. Das Ergebnis ist eine Retraumatisierung, die zur Destabilisierung der gesamten Psyche führt. Abhilfe ist hier durch eine therapeutische Hypnose möglich.

Filmtipp: Warum wirkt Hypnose?

Bereits 2006 produziert, fasst „Wunder an den Grenzen der Medizin – Rätselhafte Heilung“, ein Film des preisgekrönten Wissenschaftsautors Joachim Faulstich, exzellent zusammen, worum es in Hypnosetherapie und Rückführung geht und was möglich ist. Der Film bemüht sich eindrucksvoll und seriös zu klären, warum und wie schulmedizinisch nicht erklärbare Heilungen möglich sind.

Zitat aus den Senderinformationen: „Ist es möglich, dass Patienten in Träumen den Weg zur ihrer Genesung finden? Kann Hypnose körperliche Erkrankungen heilen? Ist es denkbar, dass Menschen gesund werden, weil ihnen ein Arzt die Hände auflegt? Wie groß ist die Macht von Geist und Seele in der Medizin? Die Dokumentation von Joachim Faulstich zeigt eindrucksvolle Patientengeschichten.

Der neunjährige Gabriel Stobbe
 zum Beispiel litt nach einer Hirnoperation jahrelang unter Kopfschmerzen und Schwindelanfällen – bis ihn eine Ärztin mit einer Jahrtausende alten Methode heilte.

Thomas Mienert
 war nach einem Schlaganfall gelähmt und nahm die Hälfte der Welt nicht mehr wahr – bis ihn eine Therapeutin auf eine innere Reise schickte.

Armin Schütz
 hatte Hautkrebs, und überall in seinem Körper wucherten Metastasen. Nach mehreren Operationen machten ihm die Mediziner keine Hoffnung mehr. Doch Armin Schütz fand seinen persönlichen Schlüssel zur Heilung – und überlebte.“

Der Film ist medizinischen Wundern auf der Spur, in Kliniken und in den Praxen von Ärzten, Hypnosetherapeuten und Heilern, und im Gespräch mit Patienten. „Für manche der erstaunlichen Heilungsgeschichten gibt es heute schon eine wissenschaftliche Erklärung. Aber noch immer bleibt ein großer Teil ungeklärt“ – ein Geheimnis, das Forscher an den Grenzen der Medizin zu ergründen versuchen. In ihren Experimenten zeigt sich, dass die Vorstellungskraft bei Heilungen offenbar eine größere Rolle spielt, als die meisten Ärzte glauben.

Der Sender: „‚Rätselhafte Heilung‘ ist ein Film über Wunder und über die geheimnisvollen Wege der Seele, die diese Wunder möglich machen.“

Wir empfehlen allen, die sich mit Hypnose mehr auseinander setzen möchten, sich einmal diesen faszinierenden Film anzuschauen.

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