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Wie eine Rückführung im Detail verläuft, und wo die Fallstricke sind, zeigt diese Rückführungs-Studie.

Um die wichtigsten Aspekte zum Erfassen der Fallstricke aufzuzeigen, haben wir uns erlaubt, drei Sitzungen von zwei Klienten zusammenzufassen und gleichzeitig zu deuten, um dem interessierten Leser ein tieferes Verständnis zum Ablauf zu ermöglichen. Die zwei ersten Fallstudien können Sie in unserem Hypno-Wissen-Artikel „12 Punkte für eine gelungene Rückführung“ lesen.

Welche Fallstricke es geben kann, möchte ich Ihnen anhand meiner dritten Fallstudie zur Rückführung aufzeigen.

Fallstudie 3: Rückführung wegen übermächtigen Gefühlen von Einsamkeit (Klientin S.)

Der Fall:

Klientin S. klagt über tiefunglücklich machende Einsamkeitssymptome, obwohl sie beruflich mit vielen Menschen zu tun hat und in einer glücklichen Beziehung lebt. Das Ergebnis sollte sein, dass sich das Einsamkeitsgefühl löst, faktisch nicht mehr da ist – und nicht nur eine andere Perspektive der Wahrnehmung darauf genommen wird. Das Regressionserleben der Klientin S. bestand nicht nur in der Erfahrung eines gewaltsamen Todes, sondern auch in der Überraschung, feststellen zu müssen, dass dieser gar nicht die Ursache ihrer Probleme war.

Wie bei jeder Rückführung habe ich im Fall von S. durch die Induktion einer tiefen Trance und einige andere Maßnahmen dafür gesorgt, dass ihr Körper völlig abgekoppelt wird, das heißt, dass sie ihn nicht mehr spürt, dass ihr Geist frei ist. Frei, dahin zu gehen, wohin immer sie will oder wo immer ihr Unterbewusstsein sie hinzieht – sowohl zeitlich wie räumlich. Erst dann zeigt sich, wohin es den Rückgeführten zieht – in die eigene Vergangenheit oder in ein Vorleben (von dem wir zunächst erstmal offen lassen können, ob es das wirklich oder nur vermeintlich gegeben hat). Die Erfahrung ist, dass die Dimensionen von Zeit und Raum sich in Hypnose auflösen. Die Gesetze der Physik spielen auch in Träumen keine Rolle mehr, vergleichbar ist es auch im Zustand der Rückführung in Hypnose. Der Rückführungsleiter wird dafür Sorge tragen, die Sprechfähigkeit des Klienten zu erhalten, also Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich nicht mit „auszuschalten“. Denn jede Rückführung besteht aus Fragen, die der Therapeut stellt, und Antworten, die der Rückgeführte gibt.

Klientin S. ist in den Zustand tiefer Trance überführt worden. Sie spürt ihren Körper nicht mehr, ihr Geist ist abgekoppelt, sie kann aber noch reden, also auch intuitiv auf Fragen reagieren. Die Techniken zum Überprüfen von nicht-intuitiven Gefälligkeitsreaktionen sind übrigens Standards der klinischen Hypnotherapie. Zudem sollte bei jeder Rückführung für verschiedene Schutzmechanismen wie Schutzanker gesorgt werden. Sie dienen dem Therapeuten wie dem Zurückgeführten der Sicherheit, dass der Rückgeführte Schutz selbst in extremen Belastungssituationen erfährt. Klientin S. fand sich im Folgenden nicht mehr in ihrem jetzigen Leben wieder, sondern in einer Zeit, in der es keine Schuhe gab, sie Lederlappen um ihre Füße trug. Sie war jünger, eine ca. 30-jährige Frau mit drei Kindern. Sie lebte im Wald in einer Sippe von Menschen. Die Regression führt sie in eine Szene, in der sie dabei war, allein Kräuter auf einer Wiese zu sammeln. Sie fühlte sich gut dabei, absolut selig, und wäre am liebsten in dieser Szene geblieben.

Doch hier galt es, den Beginn der quälenden Einsamkeit zu finden und aufzulösen. Er musste irgendwo in der Nähe sein, zeitlich wie räumlich, sonst hätte das Unterbewusstsein der Klientin sie nicht dorthin geführt. Der Therapeut empfängt bei der Suche eindeutige, körperliche Signale. Ur-Symbole, anhand derer wir erfahren, worauf wir uns einzustellen haben – auf ein eher sanftes oder heftiges Geschehen. In unserem Fall war das Idyll der Kräuter sammelnden Frau auf der sonnenüberfluteten Wiese die Ruhe vor dem Sturm: Auf dem Weg nach Hause wurde sie von unbekannten Männern verfolgt, gefangen und in einen Kerker geworfen. Das Unterbewusstsein hat die Zurückgeführte also nicht sofort in ein traumatisches Ereignis geführt, sondern ihr zunächst die Möglichkeit gegeben, sich zurechtzufinden, ohne gleich attackiert zu werden. Doch dann wurde es schnell heftig. Und der Kerker war nicht ihre Endstation. Sie sollte sterben.

Zwei Dinge sind in dieser Phase wichtig: das Timing und die Loslösung des Bandes zwischen Körper und Seele.

Im Fall S. ist immer noch etwas nicht in Ordnung. Die Verbindung zwischen Seele und Körper, die sonst nach und nach schwächer wird und sich schließlich ganz auflöst, diese Verbindung bleibt in diesem Fall stark. Was tun? Wie gesagt, es ist NOTWENDIG, das Band, den Faden, DIE VERBINDUNG zwischen Körper und Seele, zwischen grob- und feinstofflicher Existenz, die jeder Rückführungsklient wahrnimmt, diese Verbindung sich von selbst lösen zu lassen. Es darf nicht forciert werden.

Skeptiker mögen dies metaphorisch interpretieren, doch wer es erlebt hat, weiß, es ist nicht metaphorisch. Ich vermutete, dass es die fehlende Lernerfahrung, die als eigentliche Ursache für das lähmende Einsamkeitsgefühl im Hier und Jetzt in Betracht zu ziehen war. Also nicht ihr gewaltsamer Tod auf dem Scheiterhaufen. Sondern etwas anderes. Es war ein schmerzhafter, schwerer Prozess. Und das, was sich herausstellte, war noch schwerer zu ertragen als der eigene Tod im Feuer. Was die Frau nicht gehen ließ, war folgender Umstand: Sie war plötzlich von ihrer Familie getrennt worden. Sie hatte keine Zeit gehabt, Abschied zu nehmen, weder von ihren Kindern noch vom Ehemann. Sie wurde in den Kerker gesperrt, sie wurde auf den Scheiterhaufen geworfen – und erst, als sie dort in Flammen stand, sah sie ihre Kinder wieder. Die Kinder mussten zusehen, wie ihre Mutter verbrannte. Die Mutter sah ihre Kinder – und konnte nichts tun. Nichts, was die Kleinen hätte trösten können. Nichts, was sie selbst hätte trösten können. Kein Wort, keine Geste des Abschieds. Nichts. So war das, was wir ihre Seele nennen, gefesselt in einem Vorleben. Gefesselt durch die starke Kraft mütterlicher Instinkte. Immer noch, durch all die Jahrhunderte hindurch. Der Prozess der Lösung war schwer, ein überaus bewegendes Erlebnis. Danach löste sich endlich das Lebensband, und die Klientin war bereit für eine klare Reorientierung zurück ins Hier und Jetzt. Erst so ist ein gesundes Beenden der Regression möglich. Für die meisten Menschen sind Rückführungen intensive, aufwühlende Erlebnisse. Wir können nur jedem raten, sich die Zeit dazu zu nehmen, vielleicht ein Wochenende dafür zu nutzen, nicht sofort voll wieder in den Alltag einzusteigen.

In den letzten Monaten haben wir uns an ein großes Projekt gemacht. Das Erstellen einer neuen, aufgeräumten Webseite mit Inhalten aus zuvor über 400 Unterseiten. Unsere Internet-Seite wollen wir zu einem Wohlfühlort machen für alle, die sich gerne hier aufhalten. Und ein Wissens-Portal für die, die sich über Hypnose und verwandte Verfahren informieren. In unserem Hypno-Wissen sammeln wir all diese Beiträge, die wir zum genialen Thema der Hypnose für relevant halten. Bitte geben Sie uns noch Zeit, die Inhalte in diesem Bereich feiner zu korrigieren.

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